Winter an den Sauerland-Seen

Im Winter ist sehr sensibles Fischen angesagt...

Schöne Winterrenke an einem sonnigen Wintertag

Kapitales Rotauge in der kalten Jahreszeit auf eine schwarze Nymphe

Rutenreparatur im Winter ...

Eisige Aussichten aus vergangenen Tagen ...

Winterzeit – aktiv am Wasser oder aktiv im Bastelkeller?

Einige angelnde Zeitgenossen sind trotz oder gerade wegen der kalten Wetterverhältnisse auch im Winter am Wasser und stellen den Raubfischen nach. Noch bis zum 15. Februar kann man in NRW dem klassischen Raubfischtrio Barsch-Hecht-Zander nachstellen, bis zumindest der Hecht in die Schonzeit geht. Einige Angler schwören ja auf die kalte Jahreszeit, um kapitale Räuber zu überlisten!

Wer jedoch weniger wetterfest ist, gehandicapt oder sonstwie keine Lust hat, am oder auf dem Wasser zu frieren, der sitzt jetzt möglicherweise im Bastelkeller. Wenn schon kein Angeln, dann wenigstens etwas machen, das mit Angeln zu tun hat! Da ist durchaus schon mal einiger Aufholbedarf vorhanden: alles mal wieder ordnen, sichten, warten oder reinigen. Da wird auch schon mal eine neue Rute aufgebaut, eine neue Fliegenkollektion gebunden usw.

Es gibt immer “was zu tun”!

Neue Stahlvorfächer crimpen, Kunstköder nachbestellen, Rollen neu bespulen. Zu letzterem Thema fällt mir noch folgende Begebenheit ein: Das letzte Mal beim Zanderfischen mit Gummifisch warf ich meinen Köder etwas weiter aus und stellte fest, dass bereits die gesamte Schnur draußen und die Rolle leer war! War wohl schon am Anfang zu wenig Schnur drauf und einige Hänger hatten wohl doch mehr Meter gekostet, als angenommen! Das wäre beim Drill eines größeren Fisches fatal gewesen.

Auch das satte „Plopp!“, als sich im September die offenbar lose Kurbel einer meiner Top-Rollen Richtung Seegrund beim Werfen verabschiedet hatte, kommt mir gerade wieder in den Sinn, da muss ich mal ein Ersatzteil bestellen ...     

 

Formales ...

Und dann natürlich noch die Formalitäten und die „Buchführung“: Fanglisten abgeben, neue Scheine kaufen, die eine oder andere Versammlung im Verein besuchen. Und gerade in Bezug auf die Fanglisten der Sauerland-Seen müssen wir doch beklagen, dass immer weniger und von der Qualität schlechtere Fanglisten abgegeben werden. Die Informationen zu Euren Fängen sind für die Bewirtschaftung unserer Fischbestände enorm wichtig!
Unterstützt uns deshalb mit Eurer Fangmeldung bei der Hege artenreicher und anglerisch attraktiver Fischbestände und tragt Eure Fänge wahrheitsgemäß und direkt nach dem Fang in die Fangliste ein. Eingereicht werden können die Fanglisten neben dem Postweg oder in der Ausgabestelle auch per E-Mail an: fischerei@ruhrverband.de
 

Renken im Winter?

In meiner Hegenenschachtel sieht es sehr verheerend aus und damit sind wir wieder bei unseren beliebten Renken der Sauerland-Seen. Immer wieder reißt eine Nymphe ab. Da auch die Seitenarme mit der Saison ausleiern, ist neu binden dringend angesagt. Umso mehr, da die Schonzeit auf unseren Seen mit dem Jahresbeginn endet und man an milden Tagen bereits durchaus erfolgreich Blaufelchen fangen kann, wenn nicht Frost und Eis auf dem Wasser dem entgegenstehen. Ich habe aber trotz einiger Versuche vom Ufer aus im Winter noch keinen Erfolg gehabt. Am besten geht das jetzt vom Boot aus, denn die Fische sind ja nicht sehr aktiv, sie beißen extrem vorsichtig und man muss die Fische schon genau lokalisieren und mitten im Schwarm angeln. Hier ist unbedingt die Technik mit der ganz leichten Heberute anzuraten, um die feinen Bisse bzw. Anfasser auch zu erkennen.

Weil sonstige Nahrung auch im Wasser im Winter knapper wird, können in den kälteren Monaten auch gute Beifänge mit der Hegene erzielt werden, so wie Barsche und Rotaugen, denn auch diese ernähren sich nun vermehrt von Mückenlarven und -puppen.
 

Kalt?

Im Boot oder am Ufer hat man schnell kalte Füße. Vorbeugend kann neben geeigneten Stiefeln eine dicke Styroporplatte (z. B. 40mm) aus dem Baumarkt sein, die man auf dem Boden auslegt. Bootsangler sollten im Winter auch immer daran denken, dass das Wasser bei winterlichen Temperaturen zur lebensgefährlichen Falle werden kann, falls man aus irgendwelchen Gründen ins Wasser gerät. Innerhalb von nur wenigen Minuten kann eine tödliche Unterkühlung eintreten! Kipplige Boote, starker Wellengang, dicke Kleidung können auf großen Talsperren so sehr gefährlich werden. Es sollte ohnehin eine Schwimmweste getragen werden. 

Auch vom Ufer aus kann es schnell kalt werden, obwohl man hier den Vorteil hat, sich mal eben etwas bewegen zu können. Ich persönlich habe mir einen Thermoanzug gekauft. Einen mit einer Latzhose, die auch am Rücken hoch bis zur Brust reicht. Die klassische Kältebrücke am Bauch/Hosenbund entfällt dadurch. Merino-Unterwäsche ist ebenfalls ein sehr guter Tipp.

Und ganz egal, ob am Basteltisch oder draußen am Wasser: Euch Allen viel Spaß und gute Erholung mit dem Hobby der Angelfischerei auch in der Winterzeit!